Fotografie: Ein Liebeslied

Es ist nicht gerade meine Art, PUR zu zitieren. Aber manchmal gibt es da ein paar Echos aus dem Jugendsündenarchiv… Also, hier kommt’s: „Wo sind all die Indianer hin?“ Warum ich an diesen Schlager ins Kontor des guten Geschmacks denken muss? Naja, ganz einfach. Ich finde die Frage schon irgentwie relevant. Kurz vor der 40 auf dem Geburtstagskuchen schaue ich mich immer häufiger um und stelle fest, dass es kaum noch Indianer gibt. Auch die Rockstars, Schauspieler, Romanantoren, Profi-Fußballer und Bundeskanzler sind nicht mehr zu entdecken. Überall die Buchhalter, Kalenderapostel, Vernunftsverwalter, Zeiteinteiler und Stempelkartenspieler… und ich bin auch so einer geworden. Stellt sich also die Frage, die Hartmut Engler so formulierte: „Wie viel Träume dürfen platzen, bevor man sich verrät?“ Nun ja, ein paar Träume sind noch übrig. Und ich verteidige sie mannhaft gegen dass Alltagsgrau. So sammle ich Farben für den Winter, archiviere Sonnenstrahlen für die kalten Tage – alles mit Hilfe meiner Kamera(s). Diese Lichtkisten sind Traumfänger, sind meine Tagebücher. Ich schreibe mir die Finger wund mit dem Auslöser und drehe das Riesenrad der Blenden und Verschlusszeitregler. Ich suche nach den ewigen Weiten der Prärie in der Enge des finsteren Waldes der To-Do-Listen und Kravattenentscheidungen. Ich versuche Abenteuergeschichten auf Film und Sensor zu bannen. Mal erfolgreich, mal nicht. Auf alle Fälle tue ich all das viel zu selten. Die Pflicht ruft, die Vernunft flüstert und der Erwachsene ermahnt den kleinen Jungen im Spiegel: „Schluss mit den Seiltänzerträumereien. Es ist Zeit für die echte Welt.“ Aber dieser letzte Moikaner unter Geiern krallt sich mit aller Kraft an seine Phantasie. Wie wäre es also mit einer Neujahrsresolution? Hier ist meine: Mehr Fotos: mehr Traumschnappschüsse, viel mehr Lichtgemälde und Geschichten aus Schatten und Licht! Kurz: Mehr Ausflüge ins Abenteuerland. Kommt mit, ihr Indianer! Und wenn ihr keine Lust auf Fotografie habt, fangt die Bilder mit den Augen ein und speichert sie im Herzen.  So, nun ist aber genug mit Peter Pan Komplexen und PUR-Zitaten! Weiß auch nicht in welcher Dunkelkammer meines Herzens, sich das entwickelt hat….und wie ich diesen furchtbaren Ohrwurm wieder loswerde, weiß ich schon gar nicht!


21 Ansichten
KONTAKT

Postfach 610319

10925 Berlin Deutschland

Dennis.Eighteen@me.com

  • Tumblr Social Icon
  • Schwarzes Facebook-Symbol
  • Schwarzes Twitter-Symbol
  • Schwarzes Instagram-Symbol
  • Schwarzes YouTube-Symbol

Impressum     Datenschutz     

© 2020 Dennis Eighteen